Der Trend um Tracking-Apps – was leisten die Helfer auf dem Weg zum Traumkörper?

25. Juli 2018|

Die Aufgabe von Selftrackern besteht darin, das Nutzerverhalten anhand von eingegebenen und gemessenen Daten festzuhalten und auszuwerten. Sämtliche Parameter der körperlichen Fitness werden in nutzerfreundlichen Grafiken und Tabellen angezeigt. Der Sportler erhält Informationen zu verbrauchten Kalorien, zurückgelegten Kilometern, dem Blutdruck und teilweise auch zu Blutzuckerspiegel, Körperfettanteil und Schlaffrequenz.

Dies soll den Spaß und die Motivation der Sportler steigern und bringt viele Nutzer erst darauf, das gesamte Spektrum ihrer Aktivitäten zu erfassen – und zu verstehen, dass zu einem guten Lebensstil eben nicht nur Sport, sondern auch eine gesunde Ernährung gehören.

Gefahren des Trackings

Um die Ergebnisse so genau wie möglich angezeigt zu bekommen, müssen viele sehr persönliche Daten angegeben werden – zu Lebensgewohnheiten und Gesundheitszustand. Diese können jedoch abgefischt oder missbraucht werden.

Nutzer, die sich voll und ganz auf die Apps verlassen, laufen Gefahr, ihrer Gesundheit zu schaden – indem sie sich einseitig informieren, zu schnell zu viel wollen oder den Körper mit unpassenden Übungen oder Ernährungsumstellungen überfordern.

Eine weitere Schwachstelle der mobilen Helfer liegt darin, dass trotz der vielen sensiblen Daten unsaubere Messergebnisse generiert werden. Die Erfahrung zeigt: zehn verschiedene Apps zeigen zehn unterschiedliche Ergebnisse an.

Tracking-Apps im Vergleich

Es gibt Anwendungen für Einsteiger, Fitness-Fans und Profis. Wer sich selbst richtig einschätzt und seine Bedürfnisse kennt, findet schnell den passenden Begleiter für sein individuelles Sportprogramm.

Für Sportneulinge sind Apps geeignet, die nicht überfordern, aber motivieren. Diese bieten Kalorienrechner, Ernährungsplaner und Schrittzähler – genau wie MyFitnessPal, das den Kalorienverbrauch durch Mahlzeiten und Workouts punktgenau berechnet. Auch die App Runtastic ist empfehlenswert. Sie unterstützt die Nutzer dabei, ihre Ausdauer zu verbessern und verfügt neben den üblichen Funktionen wie Dauer des Trainings, überwundene Distanzen und verbrannte Kalorien auch über GPS-Tracker, Schuh-Tracking und Trainingstagebuch. Fitness-Fans sind mit Apps wie Seven, Freeletics Bodyweight und Endomondo gut beraten. Das Konzept von Seven: Es wird jeden Tag trainiert – sieben Minuten lang. Benötigt werden nur eine Wand und ein Stuhl. Die App Freeletics Bodyweight bietet über 900 Übungen, die auf dem Eigengewicht basieren. Endomondo ist eine kostenlose Outdoor-App, die zu sportlichen Aktivitäten an frischer Luft inspiriert und Daten zur Länge absolvierter Workouts, Geschwindigkeit, Distanz und Kalorienverbrauch erfasst. Für Profis eignet sich besonders LOOX Fitness Planer mit über 300 Trainingsplänen und Trainingsvideos, Bildern, Analysen und Plänen von Experten mit sportwissenschaftlichem Knowhow.

Neben diesen Apps gibt es unzählige mehr – ganz nach sportlicher Ausrichtung des Nutzers können diese durchprobiert werden.

Was bringt das Tracking für den Trainingserfolg?

Wenn die Tools von Experten entwickelt wurden, die sich tatsächlich mit Sport, Ernährung und dem Körper auskennen, kann eine allumfassende App ein nützlicher Helfer sein. Aus diesem Grund dient eine App sowohl Einsteigern als auch Profis als Stütze, ersetzt aber kein individuelles Trainingsprogramm. Sie unterstützen zwar, doch richtig motivieren können die Apps mit ihren Diagrammen nicht und auch langfristig ist es leichter, eine App nicht mehr zu öffnen, als Termine zum Sport mit echten Trainingspartnern oder Coaches abzusagen.

Training beginnt im Kopf

Sportler, Trainer und Fitness-Begeisterte wissen: Training beginnt im Kopf. Daher ist es immer hilfreich, jemanden an seiner Seite zu haben, der motiviert, Ergebnisse festhält und Leistungen auswertet. Wenn dieser jemand dann auch noch Tipps geben kann – anhand der gesammelten Daten – ist das noch besser. Leider sind Tracking-Apps aber keine Menschen und kennen weder den Körper des Trainierenden noch die Termine und Verpflichtungen seines Alltags, in die das Training integriert werden soll. Dennoch motiviert der Tracker zu mehr Bewegung und einem gesünderen Essverhalten.

Tipps vom Personal Trainer machen Erfolge effektiver

Eine App ist ein zuverlässiger Helfer, der Trainingserfolge misst, anzeigt und daran erinnert, welche Einheiten noch ausstehen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Einen Personal Trainer ersetzt sie jedoch nicht. Dieser misst zwar nicht in jeder Trainingseinheit die Herzfrequenz des Sportlers, doch dafür ist er an seiner Seite – live und in Farbe. Anhand des Körperbaus und seiner Vorgeschichte erkennt der Personal Trainer, welche Übungen wirklich sinnvoll für den Trainierenden sind, welche ihm nicht guttun, welche er falsch ausführt und welche ihn wirklich weiterbringen. Außerdem – und das schafft eine Tracking-App nicht – bringt er ihn dazu, über seine Grenzen zu gehen, was nicht selten eine deutlich höhere Leistungskurve zur Folge hat.

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